Methanemissionen im Fokus

Unser Beitrag zur Reduzierung eines besonders klimarelevanten Gases

Methan ist ein wirkungsvolles Treibhausgas – sein Treibhausgaspotential beträgt laut IPCC rund 28-mal mehr als bei CO₂ (Zeitraum: 100 Jahre). Deshalb ist die Reduktion von Methanemissionen ein zentraler Bestandteil internationaler Klimaschutzstrategien. Auch wir engagieren uns in diesem Feld: Seit 2021 sind wir Mitglied der Oil and Gas Methane Partnership (OGMP), einer Initiative des UN-Umweltprogramms, die anspruchsvolle Standards für die Erfassung und Minderung von Methanemissionen definiert. Schritt für Schritt arbeiten wir daran, unsere Emissionen transparent zu ermitteln und kontinuierlich weiter zu senken.

Die Bedeutung von Methan-emissionen für das Klima

Methan macht etwa 6 % der deutschlandweiten, menschengemachten Treibhausgasemissionen aus (Datenstand: 2017, Quelle: DVGW). Davon entfallen rund 60 % auf Tierhaltung und Landwirtschaft, während die Erdöl- und Erdgasindustrie etwa 9 % beiträgt.

Abbildung: Anteil von Methan an anthropogenen Treibhausgas-Emissionen in Deutschland (2017), ©DVGW

https://www.dvgw.de/themen/umwelt/methan-emissionen

Wie entstehen Methan-emissionen im Gasnetz?

Methanemissionen in Gasnetzen entstehen hauptsächlich durch drei Ursachen:
• Leckagen oder Permeation – kleinste Öffnungen in Leitungen oder das Durchwandern einzelner Methanmoleküle durch Rohrmaterialien.
• Ausblase- und Spülvorgänge – etwa bei der Inbetriebnahme neuer oder der Außerbetriebnahme alter Netzabschnitte.
• Fremdschäden – zum Beispiel, wenn eine Leitung bei Bauarbeiten beschädigt wird.
Unser Ziel: diese Emissionen kontinuierlich zu reduzieren, etwa durch schnelles Schadenmanagement, moderne Dichtungstechnik und präzise Überwachungssysteme

Abbildung: Kategorien von Methanemissionen, ©DBI

https://www.dbi-gut.de/emissionen.html

Unsere Methanemissionen nach OGMP

Um unsere Bemühungen zur Reduzierung von Methanemissionen weiter auszubauen, sind wir 2021 der Oil and Gas Methane Partnership (OGMP) beigetreten. Diese Initiative des UN-Umweltprogramms definiert anerkannte Standards für die Erfassung und das Reporting von Methanemissionen. Bereits im Beitrittsjahr haben wir ein detailliertes Emissionsbild ermittelt: Über alle Kategorien hinweg erreichten wir Reporting-Level 3 bis 4 (maximaler Standard: Level 5).
Wir orientieren uns an dem von OGMP vorgegebenen Minderungspfad und entwickeln kontinuierlich Maßnahmen zur Senkung unserer Methanemissionen. Details zu unserem Engagement finden Sie im UNEP-Bericht An Eye on Methane: International Methane Emissions Observatory 2021.

Weitere Informationen

Nur wer misst, kann gezielt handeln

Um Methanemissionen an unseren Gasdruckregelanlagen präzise zu erfassen, führen wir jährlich spezielle Messungen durch. 

Dabei werden mögliche Leckstellen luftdicht eingehaust. Aus dieser Einhausung wird Luft abgesaugt und durch ein Gasspürgerät geleitet.
Auf diese Weise können die Methanemissionen in Litern pro Stunde ermittelt und Leckstellen gezielt identifiziert und behoben werden.

Unser Ziel: Methanemissionen weiter senken

Um Methanemissionen wirksam zu reduzieren, haben wir eine Reihe von Maßnahmen in unsere Betriebsabläufe integriert. 

Hier sind fünf zentrale Beispiele aus unserem Maßnahmenkatalog:

1. Leckabsicherung im Mitteldrucknetz: "Quetschen"

Kommt es durch Fremdeinwirkung zu einer Beschädigung unserer Gasleitungen, sind schnelle Maßnahmen entscheidend. Bei Mitteldruckleitungen aus Polyethylen setzen wir Abquetschgeräte ein. Damit wird der Gasstrom unmittelbar gestoppt und ein unkontrolliertes Ausströmen minimiert, bis die Leitung fachgerecht instandgesetzt ist

2. Emissionsarmes Arbeiten im Hochdrucknetz: Stopple-Verfahren

Bei Arbeiten an Hochdruckleitungen setzen wir seit vielen Jahren das Stopple-Verfahren ein. Es ermöglicht Eingriffe an Leitungen unter Betriebsdruck (bis 70 bar), ohne dass diese vollständig entleert werden müssen. Auf diese Weise lässt sich ein Gas­austritt weitgehend vermeiden.


Typische Anwendungsfälle:
• Leitungsumlegungen
• Einbau von Schiebergruppen in bestehende Systeme
• Austausch von Schiebern oder Formstücken
• Reparaturen und Notfälle an Hochdruckleitungen

3. Sicherheit mit Gasströmungswächtern

Gasströmungswächter sind in Hausanschlussleitungen vorgeschrieben, um Gefährdungen durch Manipulation oder Beschädigung zu verhindern. Sie überwachen die Gasströmung und sperren die Erdgaszufuhr automatisch ab, wenn ein ungewöhnlich hoher Volumenstrom auftritt – zum Beispiel bei einer defekten Leitung. Nach Beseitigung der Ursache öffnet der Wächter die Leitung selbstständig wieder. So trägt er nicht nur zur Sicherheit, sondern auch zur Vermeidung unnötiger Methanemissionen bei.

4. Abfackeln statt Ablassen

Bei der Inbetriebnahme neuer Leitungsabschnitte müssen die Rohre gespült werden, bis reines Erdgas im System vorliegt. Um zu verhindern, dass das entstehende Gasgemisch aus Erdgas und Stickstoff unverbrannt in die Atmosphäre gelangt, setzen wir mobile Fackeln ein. Dort wird das Gasgemisch kontrolliert verbrannt – und so die Methanemission deutlich reduziert.

5. Systematische Netzüberprüfungen

Regelmäßige Netzüberprüfungen sind ein wichtiger Baustein, um Methanemissionen zu vermeiden. Dabei kontrollieren wir unser Leitungsnetz nicht nur auf Leckstellen, sondern auch auf mögliche Gefährdungen wie Fremdbaumaßnahmen, Vegetationsschäden, Gelände­absackungen oder unzulässige Überbauungen.
Die Häufigkeit und Art dieser Prüfungen richten sich nach Faktoren wie Lage, Betriebsdruck, Rohrmaterial und der bisherigen Schadenshistorie. So stellen wir sicher, dass mögliche Risiken früh erkannt und behoben werden.

Ihr Feedback ist gefragt: hat Ihnen diese Seite weitergeholfen?

Wir arbeiten daran, Ihnen wichtige Informationen vollständig und verständlich zu Verfügung zu stellen.
Hat etwas gefehlt? Lassen Sie es uns wissen!

oder