Ein wichtiger Baustein für die Wärmewende
Unter dem Leitgedanken ‚Wasserstoff über Gasverteilnetze zugänglich machen‘ engagieren wir uns seit 2020 in der Initiative H2vorOrt. Gemeinsam mit anderen Verteilnetzbetreibern sowie den Branchenverbänden DVGW und VKU arbeiten wir daran, die Voraussetzungen für eine Wasserstoffnutzung in Deutschland Schritt für Schritt zu schaffen – technisch wie regulatorisch.
Für unsere eigenen Netze in Oberschwaben und Nordbaden haben wir bereits 2019 im Rahmen einer Transformationsstudie ein detailliertes Umstellungskonzept erarbeitet.
Unser Plan für die Wasserstofftransformation
In Zusammenarbeit mit der DBI Gas- und Umwelttechnik haben wir eine Wasserstoff-Transformationsstudie für unsere Netzgebiete durchgeführt. Sie bildet die Grundlage für unseren Planungshorizont, unsere Netze schrittweise auf eine möglichst weitgehende Wasserstoff-Readiness vorzubereiten.
Zu Beginn unserer Transformationsplanung haben wir eine vollständige Inventarisierung aller Netzkomponenten durchgeführt. Diesen Bestand an Rohrleitungen, Anlagen, Ventilen und weiteren Komponenten haben wir anschließend im Hinblick auf ihre H₂-Tauglichkeit klassifiziert. Auf Basis dieser Klassifizierung und unter Berücksichtigung von Nutzungsdauern sowie Austauschkosten lassen sich mögliche Anpassungsbedarfe und potenzielle Kostenmodelle ableiten.
Die Kosten der Wasserstofftransformation haben wir in zwei Szenarien untersucht: eine Umstellung auf 20 Vol.-% sowie auf 100 Vol.-% Wasserstoff. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass eine technische Anpassung der Infrastruktur grundsätzlich möglich ist. Durch den frühzeitigen Einsatz H₂-tauglicher Materialien im Rahmen regulärer Ersatzinvestitionen können perspektivisch zusätzliche Aufwendungen für die künftige Netzanpassung verringert werden.

H2vorOrt: Gemeinsame Initiative zur Weiterentwicklung der Gasnetzinfrastruktur
Mit dem Ziel, die Umsetzung der Energiewende aktiv zu unterstützen, haben sich mehrere Verteilnetzbetreiber gemeinsam mit dem DVGW und dem VKU zur Initiative H2vorOrt zusammengeschlossen. Grundlage ist die Annahme, dass die Transformation der Gasverteilnetze ein wichtiger Beitrag für eine energie- und klimaverträgliche Zukunft sein kann. Um die Planung und Umstellung deutschlandweit zu koordinieren und in ein gemeinsames Konzept zu überführen, starten die beteiligten Unternehmen in diesem Jahr eine Brancheninitiative für mehr als 700 Gasverteilnetzbetreiber in Deutschland.
Hinter dem Namen „Gasnetzgebietstransformationsplan (GTP)“ steht die Weiterentwicklung von Ansätzen, wie Gasverteilnetze unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten auf eine klimafreundlichere Infrastruktur umgestellt werden können. Berücksichtigt werden dabei insbesondere die Anforderungen der Gaskunden sowie die jeweilige Einspeisesituation. Zudem analysieren die Netzbetreiber die H₂-Tauglichkeit der Leitungen und Anlagen.
Als Ergebnis des GTP identifizieren die Verteilnetzbetreiber potenzielle Umstellzonen, die den Weg zur stufenweisen Einspeisung von Wasserstoff eröffnen. Der Transformationsplan wird jährlich aktualisiert, um neue Erkenntnisse und Erfahrungen kontinuierlich einfließen zu lassen.
Abbildung: H2vorOrt ,©Jan Schneckenhaus


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